Ägypten

Kairo. Zum Jahreswechsel 1972/73 reiste ich das erste mal nach Ägypten. Kairo, die „Mutter der Welt“ oder „die Mutter aller Städte“ zählte damals 5-6 Millionen Einwohner. Jetzt, 30 Jahre später, sollen es 10 Millionen Menschen mehr sein. Auf unserer Reiseroute waren wir fast immer in den Zentren unterwegs, die für die Touristen vorgesehen sind. Aber wir streiften auch ein wenig das Herz der Ägypter und lernten sie als überaus hilfsbereit und offen kennen. Zu Beginn verbrachten wir drei Tage in der Stadt, schauten uns das koptische Viertel an, das ägyptische Museum, den Basar und Sakkara. Auf der Rückfahrt von Memphis war die übliche Touristenstraße gesperrt wegen einem Unfall. Wir fuhren durch ein paar Dörfer und konnten sehen, wie die Menschen am Rande der Metropole leben. Und an wieviel Geld es dem Staat fehlt, um diesen Menschen ein angenehmeres Dasein bieten zu können. Sicher ist vieles besser geworden. Aber wie schwer ist das jedoch bei diesen vielen Menschen.


kairo
Kairo von der Zitadelle

In Assuan bleibt uns ein wenig Zeit für die Stadt und dem sehr sehenswerten Basar. Den Händlern wird es immer wieder gelingen, die Touristen Geld abzuknöpfen, aber das bleibt wohl unser Schicksal. Viele Touristen empfanden es nicht immer als ein „Sport“, wenn man derart übervorteilt wird. Ich gewann den Eindruck, dass um einiges mehr gekauft würde, wenn es „ehrliche“ Preise gäbe.


assuan
Basar in Assuan

Der Isis-Tempel auf der Insel Philae stand vor 30 Jahren noch im Wasser. Auch diesen Tempel hat man auf einen höher gelegenen Standort versetzt. Mit dem Boot gelangt man dorthin.


philae

Abu Simbel sahen wir schon während des Anflugs. Wir übernachteten in einem Hotel am See und konnten so am späten Nachmittag und am frühen morgen die Tempel besichtigen. Und da stand ich dann für kurze Zeit alleine in dem großen Tempel und konnte ein wenig vermuten, was die Leute fühlten, die als erste in die mit Wüstensand bedeckte Halle traten und zwischen den Götterstatuen standen. Wie musste denen das Herz bis zum Halse geschlagen haben.


simbel
Tempel von Abu Simbul aus dem Flugzeug

Wir bezogen nun unsere Kabine auf einem Nilschiff. Am nächsten Tag legten wir um vier Uhr morgens ab und erreichten spät Abends Luxor. Zwischendurch legten wir in Kom Ombo und Edfu an, um die Tempel anzuschauen. Wir bewegten uns durch eine auf dieser Welt einzigartigen Landschaft.


nil

Luxor ist das absolute Touristenmekka in Ägypten. Wie Ameisen wuseln die Touristen im Tal der Könige. Aber man muss ganz einfach in dem großen Säulensaal des Tempels von Karnak stehen. Da spürt man die große Macht der Pharaonen damals und die riesige Leistung, die nötig war, solche gigantischen Bauwerke zu schaffen. Ein zu den Pyramiden ebenbürtiges Weltwunder.


karnak
Großer Säulensaal in Karnak
luxor2

Von Luxor fliegen wir zum Sinai nach Sharm-el-Sheik, sind drei Tage in einem ganz tollen Hotel außerhalb des Ortes, schnorcheln am Korallenriff und sehen so viele Fische, wie wir es bisher vom Fernsehen kannten. Wir fühlten uns wie in einer anderen Welt.

Zum Abschluss der Reise fuhren wir in einer zweier Reisegruppe – wie so oft während dieser zwei Wochen – mit Fahrer und Reiseleiter in das Sinai-Gebirge nach St. Katharine, wo wir auch übernachteten.


kloster
Katharinen-Kloster, Sinai

Im Katharinen-Kloster kann man die Kirche anschauen und durch die eine Gasse gehen, die zum „brennenden Dornbusch“ führt.


dornbu

Gegen 2:15 Uhr in der Nacht fuhren wir zum Katharinenkloster und begannen mit dem Aufstieg zum Mosesberg. Alle halbe Stunde gibt es am Weg hinauf ein kleines Rasthaus und ständig werden Kamale am Wegesrand angeboten, die den Touristen den Aufstieg erleichtern sollen. Die letzten 700 Stufen bis zur Gipfelkapelle muß jedoch jeder zu Fuß bewältigen. Auch die Führer gehen da nicht mit.


moses5
Sonnenaufgang am Gipfel des Mosesbergs

Nach zweieinhalb Stunden waren wir bequem oben. Ein frischer Wind wehte. Schließlich ging die Sonne auf und tauchte die Berge in rotes Licht.


moses7
Mosesberg, am Gipfel

Ein letztes langes Stück Fahrt stand uns nun noch bevor: Entlang dem roten Meer zurück nach Kairo. Am nächsten Morgen hatten wir noch zwei Stunden Zeit, um noch eine wenig am Nil entlang zu spazieren. Die Stadt war uns nun doch schon ein wenig vertraut. Ägypten ist wirklich eine Reise wert. Meine Renate meinte, es sei ihr Traumurlaub gewesen.