Irland

Im Mai 2007 fliegen wir für zwölf Tage nach Irland. Dublin, Kinsale, Glengarriff, Dingle, Adare und wieder Dublin.
Dublin erreichen wir spät am Nachmittag. So geht mir das immer mit dem Linksverkehr: Wenn ich zum ersten mal ansetze in eine vierspurige Strasse verkehrt einzubiegen, habe ich es begriffen. Am nächsten Tag bleibt uns Zeit, zu Fuss die Stadt anzusehen. Und auch Zeit genug für ein Guinness. Aber es zieht uns in den Westen der Insel.


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Dublin

Über den Rock of Cashel fahren wir nach Cork für ein gute Stunde und ziehen es dann doch vor noch ein paar Kilometer weiter nach Kinsale zu fahren, einem hübschen Hafenstädtchen in West Cork.


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Die Ruinen Rock of Cashel und St. Fin Barre’s Cathedrale

Von nun an regiert das unbeschreibliche Grün Irlands unsere Tage. Wir fahren die Südküste entlang, über Timoleague, Skibbereen bis an die Spitze in Baltimore. Es bewölkt sich sehr und wird stürmisch. Da ziehen wir es doch vor, noch etwas weiter nach Norden zu fahren. Bantry wäre schön zu übernachten. Wir fahren bis Glengarriff und bleiben dort zwei Nächte in einem hübschen B&B etwas ausserhalb auf einer Anhöhe.


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Head of Kinsale
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bei Glengarriff

Wir fahren um die Beara Peninsula. Zuerst hinauf zum Healy Pass, 330 m hoch. Zuerst ist es sonnig, später wieder bewölkt und auf den Höhen neblig. In Glengarriff schein dann wieder die Sonne. Wir fahren mit dem Boot hinüber zum Park auf Garnish Islands und später am Nachmittag in den absolut sehenswerten Bamboo Garden.


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Glenmoore Lake vom Healy Pass

Langsam und Schritt für Schritt kommen wir in Irland an. In Glengarriff beginnt unser Urlaub. Wir kommen mit den Leuten eher ins Gespräch. An beiden Abend essen wir im Pub des Casey’s Hotel sehr gut und zu einigermaßen moderaten Preisen.


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Italian Garden, Garinish Island

Jetzt fahren wir entlang des Ring of Kerry ab Kenmare, einer hübschen Kleinstadt mit vielen kleinen Geschäften und Pubs. Man soll die Strasse entgegengesetzt des Uhrzeigersinns fahren, da zu viele Busse von Killarney unterwegs seien. Das ist jetzt wohl noch nicht nötig. Wir begegnen nicht vielen Coaches, ausserdem ist die Strasse überall breit genug. In Killarney stehen hunderte von Hotels bis zu 5 Sternen. Den See sieht man deshalb nicht. Wir kehren um und steuern Dingle an.


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Unterwegs auf dem Ring of Kerry

In Dingle finden wir unser tollstes B&B auf Irland: Das Clonmara an der Hafenbucht, gegenüber Dingle unweit der Milltown Bridge. Wir bleiben drei Nächte und hätten noch eine Nacht verlängern sollen. Die Wanderung an der Hafenbucht startet man am Skellings Hotel bis zur Spitze des Leuchtturms und darüber hinaus zum nächsten Hügel und wenn man will noch weiter. Ein paar mal sehen wir den Dingle-Dolphin auftauchen, der sich schon lange hier im Hafengebiet aufhält.


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Dingle, Harbour-Walk
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Danach schauen wir uns die Westspitze der Dingle Peninsula. Es war über Nacht sehr stürmisch, aber nun beruhigt sich das Meer. Ganz im Westen sind die Strassen dann schon sehr eng. Einmal kommen uns zwei Busse entgegen und da wird es für die Pkw-Fahrer schon kritisch. Nicht alle sind Einheimische. Sehen wir jetzt noch vielleicht 5 Busse, sind es in der Hochsaison hier 50-60 pro Tag, die diese enge Strasse befahren.


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Dingle, Peninsula
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Wir erhalten noch ein paar Tipps von unseren Hausleuten, Michael und Blandina: Das Blasket Center (ein Museum über die letzten Bewohner von Great Blasket Island) und den Tower am Dingle Harbour zu besteigen. Am nächsten Tag fahren wir zuerst jedoch hinüber Duinin, parken an der Dooneen Peer und wander entlang der Küste bis zur nächsten kleinen Ortschaft und wieder zurück bei herrlichem Sonnenschein und klarer Sicht.


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Lamm- und Fischgerichten. Die Preise sind hoch bis mittel. In den Pubs ist es günstiger. Unser Lieblingspub ist Dick Mack’s. Nach dem Abendessen gehen wir an diesem Pub vorüber und hören ein paar Musiker spielen. Es ist vielleicht 8 Uhr abends. Drei professionelle Musiker spielen und trinken sich warm für einen anderen Auftritt. Dazu gesellen sich ab und zu andere Musiker und spielen mit. Der Sänger hat eine Stimme, die geht durch Mark und Bein. Und die Texte – soweit ich sie verstehe – auch. Diese halbe Stunde berührt unsere Seele. Hier liegt das Herz der irischen Musik.


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Es gibt noch so einen alten Pub in Dingle: Foxy John’s. Auf der einen Hälfte befindet sich der ehemalige Kaufladen, in der anderen der Pub.


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Dingle

Unsere letzte große Etappe mit wundervollen Ausblicken führt uns über den Conair-Pass zur Brandon Bay und weiter entlang der Tralee Bay nach Tralee. Unterwegs gibt es immer wieder kilometerweite, leere Sandstrände.


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Conair-Pass, Dingle-Peninsula
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Tralee Bay

In Tarbert nehmen wir die Autofähre über den Shannon nach Kilrush. Die N67 fahren wir entlang mehr oder weniger entfernt vom Meer bis Lehnich und zur Übernachtung nach Liscannor. Der Ort liegt nahe an den Cliffs von Moher. Am späten Nachmittag parken wir an den Cliffs. Da hat man ein neues Beucherzentrum eingerichtet, um den Touristenstrom einigermaßen zu kanalisieren. Jetzt in der Vorsaison und am frühen Abend sind nicht so viele Leute unterwegs. Den Weiterweg nach links an den Cliffs entlang hat man gesperrt: Privatweg, weitergehen verboten. Die meisten stören sich nicht daran, wir auch nicht. Aber vielleicht ist doch schon einmal jemand bei schlechtem Wetter hinuntergefallen.


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Cliffs of Moher
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Die Tage in Irland gehen zu Ende. Über die Burren fahren wir nach Limerick zum Bunratty Castle. Weiter nach Adere. Zuerst wollen wir dort am Shannon irgendwo ein B&B finden, aber es gibt nichts. Am Tag darauf fahren wir an Limerick vorüber ein Stück hinauf zu den Kreuzen nach Clonmacnoise und von dort auf der N4 nach Dublin. Wir haben noch Zeit für einen kleinen Bummel und Abendessen in einem Pub. Da gönne ich mir doch endlich einmal Fish und Chips. Na, ja. – An unserem nächsten und letzten Vormittag bummeln wir noch einmal durch die Fussgängerzone und besuchen das Nationalmuseum.

Am frühen nachmittag fahren wir quer durch die Stadt zum Airport. Nach der Auto-Rückgabe bleibt noch Zeit für ein letztes Guinness vor dem Einchecken.