Istanbul

40 Jahre, 1972 – 2012

Meine allererste Studienreise führte mich 1972 nach Istanbul. Ich war 24 Jahre jung und noch nie in einer für mich so fremdartigen Stadt. Obwohl ich noch alles mit sehr schüchternen Augen sah, weckte diese Stadt meine Liebe zum Reisen. Meine Freude auf fremde Länder, andere Kulturen zu sehen und zu erfahren wie die Menschen dort leben.


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Galata-Brücke und Hagia Sophia 1972
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Allein auf mich gestellt flog ich 1979 in die Stadt für eine weitere Woche. Ich spazierte überallhin, sogar bis nach Eyüp, nahm von dort das Schiff zurück. Fuhr den Bosporus hinauf und zu den Prinzeninseln.

Die Luft riecht in Istanbul anders. Vom Hotel bin ich zu Fuß in einer halben Stunde an der Hagia Sophia. In der blauen Moschee steht ein Gerüst. Hier sind die meisten Reisegruppen. Danach gehe ich hinunter zur Galata-Brücke. Das Hotel Hayyam, in dem ich vor 7 Jahren (1972) wohnte, ist eine halbe Ruine. So schnell geht das hier. Man hat das Gefühl, die Altstadt zerfällt.

Es gibt keine Geldwechsler mehr auf den Straßen, der Kaffee ist ausgegangen wegen Devisenmangel. Am Basar vorbei zur Rüstem Pascha Moschee, die man nur auf Schleichwegen erreicht. Süleymaniye Moschee. Zu der im Merian-Heft so schön fotographierten Pantokrator Kirche. Die Kirche ist auch verfallen. Niemand ist da. Bis ein Student aufschließt und mir die Kirche zeigt. Ich gehe noch einmal zum Goldenen Horn, zur Fatih Moschee. Ich spüre meine Füße.


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Basar 1990

Sonntagmorgen durch den geschlossenen Basar zu den Anlegestellen der Schiffe nach Usküdar. Ein Taxi bringt mich zum Aussichtsberg Camlica und zurück. Nach einer Cola und einer Sesambrezel schaue ich in die Yeni Valide Cami. Es gibt einen Markt und später am Bosporus habe ich das ganze sonnenbeschienene Panorama Istanbuls vor mir. Mit der Autofähre fahre ich zurück, esse unter der Galata-Brücke. Wolken ziehen auf, es wird kühl. Die Stadt wird diesig vor schmutziger Luft.

Am nächsten Tag ist das Wetter nicht vielversprechend. Ich gehe auf die Suche nach dem Stadtteil Kumkapi. Den Dorfplatz mit dem Brunnen und den kleinen Hafen finde ich. Es ist viel Bewegung auf den Straßen. Nach einem Tee öffnet mir jemand die Tür zur Kleinen Hagia Sophia. Was ist das für eine Stadt? Halb verfallen und doch so voller Leben.

Als die Sonne wieder hervorkommt, fahre ich zu den Prinzeninseln. Da gibt es eine Welt ohne Autos! Es fahren nur Pferdedroschken. Ich esse in einem kleinen Restaurant am Uhrplatz. Später spaziere ich in Istanbul noch ein wenig durch die Märkte. Die Sonne scheint und Stadt strahlt.

Das Wetter will nicht mehr. Zu Fuß laufe ich schließlich nach Eyüp. Es regnet, die Straßen werden schlammig. Auch die Moschee in Eyüp wird renoviert. An der Schiffsanlegestelle stinkt es barbarisch. Das ganze Goldene Horn ist eine einzige Kloake. Auf der Rückfahrt zur Galata-Brücke sieht man beidseitig am Ufer überall verrostete Schiffe.

Gerade um die Mittagszeit komme ich in die Hagia Sophia. So beeindruckend habe ich sie noch nicht erlebt. Kaum ein Tourist ist da. Später die Süleyman-Moschee kurz vor der Gebetszeit ist auch beinahe menschenleer. Was für Eindrücke in dieser einzigartigen Stadt!


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Hagia Sophia, 1990

Als wir im Sommer 1990 den Ararat bestiegen, blieben uns auch anderthalb Tage, um ein wenig die Stadt zu sehen.


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Galata-Brücke, Neubau 1990

Die vielen modernen Hochhäuser prägten das Stadtbild 2012, die vom Bosporus im neueren Stadtteil zu sehen sind. Diese Wandel der Stadt ist unübersehbar, obwohl in der Altstadt keine so großen Veränderungen stattfanden. Unten um die Galatabrücke, die Brücke wurde erneuert.


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Während einer Schiffsreise im östlichen Mittelmehr legten wir für eineinhalb Tage in der Stadt an. Uns blieb noch einmal Zeit für die „wichtigsten“ Sehenswürdigkeiten: Hagia Sophia, Blaue Moschee und das Serail. Am Tag darauf die Süleyman-Moschee, zu Fuß durch den Basar, über die Galata-Brücke zurück zum Schiff.

Nach der Renovierung erstrahlen Hagia Sophia und die Blaue Moschee 2012 wieder in altem Glanz.


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Auch die Galata-Brücke mit ihren Lokalen unter der Fahrbahn sieht aus, als wäre sie nie anders gewesen. Auch die Angler sind immer noch da.


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Die neue Galata-Brücke 2012

Einige letzte Vergleiche, die für mich besonders erfreulich waren. Jedesmal fotografierte ich die alten Holzhäuser unweit der Süleyman-Moschee. Und 2012 waren diese doch endlich renoviert und wieder bewohnt.


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Holzhäuser 1972 und 2012
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Nun folgen Fotos dieser wundervollen Stadt: Hagia Sophia, Blau Moschee, der Basar und Istanbul nachts vom Schiff aus.


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Blaue Moschee
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Hagia Sophia
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