Nepal – Solo Khumbu

Diese Reise unternahm ich im Oktober 1982. Damals drehte ich einen Super-8-Film; es gibt leider keine Fotos. Die Trekking-Tour führt in das Gebiet am Mount Everest. Mit der Annäherung an einen Sechstausender, auf den ich nicht ganz hinaufkam. Daneben ein paar Eindrücke vom Kathmandu-Tal. Ein Trekking mit Auswirkungen auf die Teilnehmer, wie sie nicht im Reiseprogramm stehen.

Um 14 Uhr sollen wir uns vor dem Schalter der Air India treffen. Es sind eine ganze Menge Leute mit den grünen DAV-Seesäcken versammelt. Alles möchte nach Nepal. Die für mich bestimmte Reisegruppe habe ich schnell gefunden. Das Einchecken geschieht auch flott, aber dann müssen wir uns in Frankfurt bereits in asiatischer Geduld üben. Mit gut zwei Stunden Verspätung hebt die Boeing 747 von der Startbahn ab (18:30 Uhr). Der Jumbo nimmt Kurs auf Rom und landet dort nach 90 Minuten. Danach fliegen wir die kurze Nacht hindurch nach Dehli und landen dort gegen 10:15 Uhr Ortszeit (entspricht etwa 5:45 Uhr MEZ). Zur gleichen Zeit soll die Maschine nach Kathmandu starten. Das tut sie auch – ohne uns. Wegen dem großen Andrang an Touristen wird ein zweites Flugzeug eingesetzt. Um 12 Uhr starten wir nach Kathmandu und landen dort nach eineinhalb Stunden Flugzeit. Aber trotz aller Wirren sind stets alle Gepäckstücke mit uns geflogen, das ist ja nun auch nicht selbstverständlich.

Wir fahren vom Tribhuwan Airport durch das grüne Kathmandu-Tal an Bhaktapur vorüber, über den Bagmati-Fluß, biegen aber, bevor wir ins Zentrum von Kathmandu fahren, ab nach Patan. Dort steht unser Hotel Narayani, ein gepflegtes Haus, Treffpunkt für Trekking-Reisegruppen aus aller Welt. Bevor es zu dämmern beginnt und es Abendessen gibt, gehe ich hinein nach Patan. In wenigen Minuten habe ich den Durban Square erreicht, den Königsplatz in Patan. Ich spüre gleich, wie die Luft anders riecht, das Leben anders pulsiert und die Zeit zurückgedreht ist.

Zurück im Hotel lädt uns die Chefin nach dem Abendessen zum Begrüßungstrunk. Es gibt Tschang, das einheimische Bier, das aussieht wie Milch und ziemlich bitter schmeckt. Dazu gibt es geröstete Erdnüsse und scharfe Fleischbällchen. Zum Probieren Kukri-Rum und einen klarer Schnaps, Rakshy. Somit haben wir alles Wichtige kennengelernt. Sogar unser Sirdar, der Ober-Sherpa, ist anwesend.

Die Nacht ist unruhig. Alle Hunde Kathmandus scheinen sich gegenseitig zu unterhalten, alle auf einmal und von einem Stadtteil zum anderen. Gegen 9:30 Uhr verlassen wir unser Hotel zur Stadtrundfahrt. Diese Orte wollen wir besichtigen: Bodnath, Pashupatinah, Bhaktapur, Patan, Swayambhunath und Kathmandu-Zentrum. Ein unvorstellbares Mammutprogramm. Am gleichen Abend weiß ich schon nicht mehr, was ich wo gesehen habe. Ich habe eine Sightseeing-Durchschnittsgeschwindigkeit von einem Super-8-Film pro Stunde, fünf Filme an diesem Tag.

Die riesige Stupa-Anlage von Bodhnath ist von einem Kranz kleiner Häuser umgeben. Man soll jeden Stupa im Uhrzeigersinn umschreiten. In dem Stupa soll die Asche eines tibetischen Lama aus Lhasa enthalten sein, der auf seiner Pilgerfahrt hier starb. An Pashupatinath kann ich mich schon eher erinnern, an den trüben, trägen Fluß Bagmati, den Leichenverbrennungsplatz, auf dem gerade ein Mensch in einem Holzstoß verbrannt wird. Wir gehen auf die andere Flußseite und können ein wenig in den Tempelbezirk hineinschauen. An diesem so sehr bekannten Ort gibt es eine ganze Menge Touristenhändler, die einem schonungslos verfolgen. Aber meistens ist es ruhig, die Nepali sind sehr zurückhaltend.

Bhaktapur ist neben Patan und Kathmandu die dritte der Königsstädte aus der Malla-Zeit. Die Stadt ist ein einzigartiges Museum mit hervorragend restaurierten Tempeln. Wir können uns nur eine Stunde das ansehen, wofür man vielleicht zwei Tage Zeit braucht. Der große Palast mit der Taleju-Glocke, der fünf-stöckige Nyatapola-Tempel. Mittelalterliche Häuser säumen eine teilweise neu gepflasterte Straße zum Dattatreya-Tempel, der 1447 aus dem Holz eines einzigen Baumes erbaut wurde. Dahinter befindet sich das Kloster mit dem Pfauenfenster. Schon eilen wir zurück zu unserem Bus. Das Mittagessen wartet. Welch eine sträfliche Hast.

Gegen 14 Uhr folgt der zweite Teil: Wir fahren nach Patan. Bevor die Dämmerung einsetzt fahren wir noch zu dem Tempelberg Swayambhunath hinauf. Das Heiligtum und das Kathmandu-Tal zeigen sich dann wirklich in sehr besonderem Licht. Ich umrunde den Stupa zweimal, beobachtet von den „alles-sehenden Augen Buddhas“. Zum Abschluß kann wer möchte noch eine Stunde in Kathmandu verbringen. Wir werden am Ende der New Road abgesetzt. Es ist bereits dunkel und es schaut alles noch viel geheimnisvoller aus. Gegen 19 Uhr fahren wir mit dem Taxi zum Hotel zurück.

Aus den abendlichen Tischgesprächen höre ich bald heraus, dass; dreiviertel der Teilnehmer die besten Bergsteiger unserer Gruppe sind. Was die alles schon gemacht haben, dagegen komme ich mir vor wie Sigi damals sagte: „Sooo klein mit Hut.“

Der Flug vom Tribhuwan-Airport nach Luglha dauert 40 Minuten. Unser Flugzeug, eine Twin-Otter, liegt ruhig in der Luft, wir haben bestes Flugwetter. Beim Landeanflug liegen die Hügel greifbar unter uns. Die Landebahn sehen wir plötzlich durch die Flugzeugkanzel. Das Flugzeug fällt förmlich hinunter auf die Landepiste. Um 9:10 Uhr landen wir auf der steinigen, unebenen Piste. Die Motoren heulen auf, das Flugzeug bremst scharf, biegt am oberen Ende der Piste rechts ab und wir stehen in Luglha. Das erste Abenteuer ist überstanden. Nicht wenige Touristen müssen sich in Kathmandu schon in Geduld üben, wenn ich Luglha Nebel ist und kein Flugzeug (manchmal über Tage) landen kann.

Die Landebahn ist eine schiefe Ebene. Man landet gegen die Neigung. Am Ende der Bahn erhebt sich sofort steil der Berghang. Beim Start wird das Gefälle ausgenutzt. Dem Flugzeug bleibt nur eines: Es muss sich in die Luft erheben. Wie eine Sprungschanze bricht die Piste am Ende ab. Wir bleiben an diesem Tag in Luglha. Die Sherpa bauen die Zelte auf. Nach dem Essen halten wir Siesta. 2900 m sind wir hoch. Es regnet etwas. Später bin ich die Landebahn entlang spaziert und hinüber ins Dorf. Abends essen wir in dem neu errichteten Luglha-Hotel. Kerzenlicht sollte während den nächsten Wochen unsere Hauptbeleuchtung bleiben. Um 21 Uhr liegen wir in den Schlafsäcken. Um 4 Uhr nachts habe ich vor das Zelt geschaut. Es ist sternenklar und Vollmond, die Berge sind in fahles Licht getaucht.

Der Gerhard wacht am Morgen mit Grippe auf und muss zurück bleiben und sich auskurieren. Ein Weitersteigen ist nicht möglich, ohne die Gefahr einzugehen höhenkrank zu werden. Wir gehen gemütlich auf einem breiten Weg bergauf und bergab durch ein weites, grünes Tal, vorbei an Häusern, Feldern, Gebetsfahnen und Mani-Mauern. Die Berggipfel haben sich bald wieder in Wolken gehüllt. Der Monsun ist noch nicht lange vorüber. Die Nepalikinder betteln nach Bonbons. Man solle nichts geben, meint Klaus, unser Führer, die Kinder bekommen Karies und zum Zahnarzt können sie nicht gehen. Man lässt uns viel Zeit an diesem ersten Wandertag. Wir können sogar dem Küchenpersonal zuschauen, wie das Mittagessen bereitet wird: Fladenbrot, Kartoffel, Gemüse und Konservenfleisch. Dazu ein Apfel und Tee soviel wir wollen. In Phakding zelten wir auf einer Wiese. Kurz bevor es am nächsten Tag Early Morning Tea gibt, wecken uns die Regentropfen auf dem Zelt. Aber es wird nur ein kurzer Schauer. Um 8:30 Uhr ziehen wir los nach Jorsale. Der erste 6000-er, den wir sehen, ist der Tramserku, 6600 m hoch. Die senkrechten Eiswände streben in zwei scharfen Graten einem spitzen Gipfel zu. In Jorsale beginnt der Sagarmatha-Nationalpark. Die Trekking-Permits werden kontrolliert. Am Nachmittag sind es nochmals zwei Stunden hinauf nach Namche Basar, 600m recht steil in Serpentinen. Namche liegt 3400 m hoch, die erste große Hürde auf meinem Weg durch den Himalaya. Die Zelte werden gleich am Ortsanfang auf den Terrassen aufgestellt. Die dritte Zeltnacht ist nicht so sehr ruhig für mich. Später in der Nacht habe ich eine Kopfschmerztablette genommen. Vielleicht bin ich doch nicht langsam genug nach Namche Basar hinaufgegangen.

Schon in Phakding habe ich nachts etwas geschwitzt, aber ich bemerkte diese ersten Anzeichen einer Erkältung nicht. In Namche gehen wir um 9 Uhr los. In Phurte rasten wir. Viele bunte Blumen und Sträucher gibt es noch. Die Mittagspasue im Ort Dramo dehnt sich aus wie gewohnt. Hier fühle ich mich bereits etwas abgeschlafft. Etwa 3500 m sind wir hoch. Gegen 13 Uhr beginnt es sich stärker zu bewölken. Den Weiterweg nach Thame (3800 m) habe ich einigermaßen, wenn auch langsam, geschafft. Nach dem Zelteinräumen lege ich mich etwas nieder, schlafe ein und wache plötzlich auf mit Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Fieber. Ich bleibe gleich im Schlafsack liegen. Wo ich mir das alles eingebrockt habe, kann ich mir lange nicht erklären. Ich denke nun, irgendwo in Kathmandu habe ich mich erkältet und mit zunehmender Höhe ist die Krankheit ausgebrochen. Am Abend nehme ich Grippetabletten und hoffe, dass sich mein Zustand nicht verschlechtert.

Am nächsten Morgen fühle ich mich nicht schlechter, aber ich erspare mir zusammen mit Georg den Weg hinauf zur Gompa. Wir gehen zurück in Richtung Namche. Später nimmt mir ein Sherpa den Rucksack ab. So geht es bis zur Mittagsrast noch ganz gut voran. Erst als wir kurz vor Namche in die Nähe des Flugplatzes Syamboche kommen, werden meine Kräfte merklich weniger. Ein endloser Weg im Nebel beginnt, scheinbar irren wir zwischen den Felsblöcken umher. Dann weiß ich wieder, wo wir sind: Ich quere das Flugfeld Syamboche. Ich denke oft: Jetzt kann es nicht mehr weit sein. Aber erst kurz vor der Dunkelheit erreiche ich mit dem Sherpa den Zeltplatz in Khumjung. Ich esse nur etwas Suppe, nehme eine Tablette und lege mich schlafen.

Der Weiterweg führt von Khumjung gleichmäßig ansteigend den Hang entlang nach Phortse. Auf der anderen Talseite sehen wir das Panorama von Tramserku bis zur Ama Dablam. Auf einer Anhöhe liegt das Kloster Tengpoche. Der Weg wird für mich immer beschwerlicher. Von einem kleinen Stupa auf 4000 m Höhe führt ein schmaler Pfad hinab auf 3500 m und biegt oberhalb von Phortse Bridge ab nach Luza. Um die Mittagszeit weiß ich bereits, was ich getan habe. Später rasten wir in Dole in einem Sherpa-Haus und trinken Tee mit Milch, Georg und ich. Zuerst ist Klaus noch bei uns, dann gehen wir mit den beiden Sherpa allein weiter. Der Weg windet sich, immer wieder um einen Hügel und erneut hinauf. Nie endet der Pfad. Es dämmert und wird neblig. Wir sehen kaum mehr den Wegverlauf. Aber das Ziel Luza bleibt fern. Mit meinem Sherpa bin ich jetzt schon weit der Letzte. Es wird dunkel. Klaus kommt entgegen. Er will mich beim Gehen stützen, aber so ist es nur noch beschwerlicher, ich lehne ab und gehe meinen Weg. Erst als er ein zweites mal versucht, mich zu stützen, lasse ich es zu. Es ist mir gleich. Ich stolpere mehr als zuvor. Auf den letzten paar Metern zum Zeltplatz kommt der Sirdar auch noch hinzu und stützt mich auf der anderen Seite. Da lasse ich schon die Beine ein wenig schleifen. Mein Gott! Das soll mir nie wieder passieren! Diese Nacht geht vorüber, ohne dass ich eine Erinnerung daran habe. Auch der Weg ist verblaßt. Ich weiß nur, dass ich gelaufen und gelaufen bin.

Am nächsten Morgen entscheidet Klaus, dass ich mit dem höhenkranken Georg absteigen soll, den ganzen langen Weg zurück nach Namche und Jorsale. Georg fühlt sich sehr schlecht, sein Atem rasselt. Klaus meint, dass Georg unbedingt tiefer muss. Ich solle mich etwas auskurieren und über Pangboche und Pheriche nachkommen und dort auf die Gruppe warten, bis sie vom Kala Pattar zurück kommt. Ein Sherpa und zwei Träger ziehen mit uns. Wir haben Zelt, Verpflegung und alles Gepäck dabei. Zu Mittag rasten wir in der Hütte in Dole. Während dem Weiterweg spüre ich, warum der Marsch gestern so endlos war. Georg schafft es nur bis Phortse Bridge, etwa 3500 m hoch sind wir hier, der tiefste Punkte, den wir erreichen können. Den steilen Aufsteg hinauf zum Stupa und weiter nach Namche kann Georg nicht mehr schaffen. Er ist am Ende. Die Sherpa richten unser Zelt und das Essen. Ich habe wieder Appetit bekommen. Georg isst nicht viel und bricht auch das wieder heraus. Wir versuchen zu schlafen. Bei mir geht das ganz gut bis Mitternacht. Georg hustet sehr heftig. Ich versuche ihm zu helfen, kann aber nichts tun. Das rasselnde Geräusch in seinen Lungen ist viel stärker geworden. Ich wecke den Sherpa, der in einer Höhle in Decken eingewickelt schläft. Der Sherpa erkennt den Ernst der Lage und will noch in der Nacht mit einem Träger nach Namche eilen, damit morgen vielleicht schon der Helicopter kommen kann. Um 1:30 Uhr ziehen sie los. Georg habe ich einen Klappstuhl geholt, ihn in seine Daunensachen gepackt und zwischen den Zelteingang gesetzt, damit er sich stützen kann und nicht umfällt. Im Liegen glaubt er zu ersticken. So verbringt er die restliche Nacht. Georg hustet und schnauft. Alle Stunde schaue ich nach ihm. Wir sind wohl beide heilfroh, als es dämmert und der Tag heraufzieht.Um 8 Uhr höre ich das Geräusch eines Helicopters. Wir sehen ihn nach Namche abbiegen. Wir glauben gewiß: Jetzt kann es nicht mehr lange dauern. Kurz vor 10 Uhr erscheint unser Sherpa zu Fuß mit einem Zettel. Ich lese, dass ein Helicopter nur kommen kann, wenn Name und Passnummer des Patienten, Name des Sirdars und des Trekking-Unternehmens in Namche vorliegen. Ich schreibe ein paar Zeilen auf den Zettel, gebe Georgs Trekking-Permit hinzu und eine Fotokopie seines Reisepasses. Ich will hoffen, dass das reicht. Der arme Sherpa muss noch einmal nach Namche gehen. Um 14 Uhr ist immer noch nichts in Sicht. Weder Sherpa noch Helicopter. Ich frage mich, wozu wir eigentlichen einen Führer in unserer Gruppe haben? Um sich um die kranken Reiseteilnehmer zu kümmern, oder mit den Gesunden auf den Gipfeln herumzusitzen. Der Sherpa rennt hin und her und erreicht so gut wie nichts.

Kurz bevor es dunkel wird kommt der Sherpa zurück. Morgen früh um 10 Uhr soll der Helicopter kommen. Georg geht es nicht besser. Er hustet schon etwas Blut. Georg verbringt die Nacht wieder zwischen dem Zelteingang sitzend. Ich bin hundemüde, schlafe bis 7 Uhr in der Frühe. Georg lebt noch.

Wir wollen warten bis Georg abtransportiert wird, und dann weiter nach Pangboche gehen. Suchend schauen wir ständig zum Talausgang Richtung Namche. Um 12 Uhr ist noch immer kein Helicopter zu sehen. Ich habe eigentlich vorher schon nicht mehr daran geglaubt, dass; überhaupt noch einer kommt. Man hat uns ganz ordentlich verschaukelt. Georg muss nun versuchen, mit dem Träger allein nach Namche hinauf zu gehen und dann hinab nach Jorsale. Wir verabschieden uns. Georgs Blick ist ohne Hoffnung. Er weiß, dass er den Aufstieg nicht schafft, er kennt ja den Weg. Er spricht so etwas aus wie: Das wird er wohl nicht überleben. Wir gehen schließlich los. Georg hinauf zum Stupa, ich über die Brücke nach Phortse. Die Sonne scheint. Ich gehe noch kraftlos, aber hinauf. Oberhalb von Phortse rasten wir und suchen den Weg am gegenüberliegenden Hang nach Georg ab. Ich sehe ihn steigen, sein grüner Seesack liegt irgendwo im Gelände, der Träger ist irgendwohin unterwegs. Mein Sherpa ahnt schon, was geschehen ist. Plötzlich steht der Träger vor uns und redet mit dem Sherpa. Georg ist zusammengebrochen, sie müssen ihn auf dem Rücken hinüber tragen. Mein Sherpa Dawa bringt mich zum Übernachten in ein Haus in Phortse. Er besorgt noch einen Träger. Zu dritt ziehen sie dann los, um Georg nach Namche und weiter hinab zu tragen, damit er sich erholen kann. Dawa will am Morgen zurück sein. Ich soll in Phorste warten.

In meinem Sherpa-Haus befindet sich der Wohnraum im ersten Stock. Es ist alles in einer großen Stube: Küche, Lager, Schlafstellen, Arbeits- und Aufenthaltsraum. Durch eine ständig verhangene Tür geht manchmal die Großmutter in einen geheimnisvollen Nebenraum. Sie schläft später auch dort. Anfangs ist sie allein im Haus. Sie erhält das Feuer, kocht Kartoffel und dreht ständig die kleine Handgebetsmühle und gelegentlich die große Gebetsmühle. Dazu murmelt sie Gebete. Zur Begrüßung erhalte ich eine kleine Schüssel mit Pellkartoffeln. Dazu nehme ich etwas von unserem Salz. Man ißt mit den Fingern. Ich will die Kartoffelschalen ins Feuer werfen, aber die Frau bedeutet mir, dass die Reste gesammelt und an das Vieh verfüttert werden. Der Raum ist düster. Hinter der Feuerstelle stehen die Küchenregale, in einer Holzkiste befindet sich Mehl, an der breiten Wand gegenüber der Fensterfront stehen vier riesige Kupferbottiche. Zwei sind gefüllt mit Wasser. Ansonsten wird alles mögliche aufbewahrt: Getreide, Kartoffel, Säcke, Holz. Ich weiß nicht, was noch alles. Ein paar Bilder aus Zeitungen kleben an den Fensternischen, an der Säule mitten im Raum ein Bild des Dalai Lama.

Immer wenn die Großmutter das Feuer schürt, erfüllt sich der Raum mit beißendem Qualm. Rauchabzüge gibt es in den Sherpa-Häusern nicht. Man glaubt, dass böse Geister durch die Öffnungen ins Haus gelangen können. Gelegentlich kommt der Hausherr in die Stube, ißt Kartoffel und trinkt aus einer Polykanne einen weißen Saft, den ich auch probieren darf. Tschang ist das nicht, sagt die Großmutter auf meine Frage. Mehr erfahre ich nicht. Das Getränk ist kühl und mein Magen verkraftet es.

Durch mein Fernglas sehen ich auf den Hang gegenüber, wie sie Georg auf dem Rücken hinauf schleppen. Dawa habe ich für diese Aktion 400 Rupies ausgeliehen und später zurück bekommen. Es beginnt dunkel zu werden. Ich bin kaum fertig mit Abendessen, da kommen die zwei Söhne von der Arbeit zurück. Ich kann außer ein paar Gesten und englischen Worten nicht viel zur Verständigung beitragen. Das einzige Licht im Raum sind zwei kleine Kerzen und das Feuer. Ich versuche in einem guten Moment den Sherpa zu bedeuten, dass ich mich schlafen legen möchte. Ich darf mich dann auf die eine Bank an der Wand legen. Ich schlafe auch gleich ein, erwache aber vor Mitternacht von dem Lärm im Zimmer. Es wird immer noch gearbeitet. Die Leute stampfen irgend etwas in Holzgefäßen. Bald danach legen sich alle schlafen. Die Nacht ist unruhig. Mein Schlafsack ist zu warm und überall sind Geräusche. Dazu der Rauch in der Stube, von dem ich oft husten muss. Als der Morgen graut, hätte ich schlafen können. Aber schon wird das Feuer entfacht und der Qualm vertreibt mir den Schlaf. Noch vor sieben Uhr ziehen die Söhne mit dem Vieh auf die Weiden. An dem klaren Morgen habe ich von der Dachterrasse des Hauses einen prächtigen Blick. Endlich kann ich wieder von oben in die Täler schauen. Während den zwei Tagen Lager im tief eingeschnittenen Tal bei Phortse Bridge waren keine Berge zu sehen. Nach dem Frühstück bin ich durch Phortse spaziert. Der Ort liegt etwa 3840 m hoch. Von dem unteren Stupa aus kann man steil ins Flußtal hinab schauen. Weit hinten im Gokyo-Tal steht ein gewaltiger eisbepanzerter Berg.

Oft während den vergangenen Tagen habe ich versucht, einen Zeitplan zu entwerfen, wie ich zu unserer Gruppe stoßen kann. In Pheriche zu warten dauert mit entschieden zu lang. Vielleicht kann ich die Gruppe bei ihrem Abstieg von Lobuche einholen. Kurz vor 10 Uhr kommt Dawa vom Georg-Transport zurück. Er ist außer Lebensgefahr. Wir ziehen endlich weiter. In drei Stunden wandern wir auf einem Höhenweg am Berghang entlang in ständigem Auf und Ab nach Pangboche, das 3985 m hoch liegt. Dawa will mich wieder in einem Sherpa-Haus einquartieren, aber ich ziehe es vor, auf dem Hof das Hauses im Zelt zu übernachten. Der Hof ist der Standplatz der Yaks. Eine Nacht im Rauch reicht mir. Später im Haus – wir essen ja dort – wird der Rauch noch unerträglicher. Es gibt nicht einmal das geringste Loch, durch das sich die Luft austauschen kann. Später im Zelt bin ich zum ersten mal seit etlicher Zeit allein – mit den Yaks ringsum, die anfangs noch etwas über die Zeltleinen stolpern, sich aber sehr rasch an den Fremdkörper in ihrem Revier gewöhnen. Heute habe ich zum ersten mal die bedeutendsten Berge gesehen: Die Ama Dablam, später Lohtse und Nuptse und obenauf die kleine Haube des Mount Everest!

Die große Khumbu-Runde ist für mich nicht mehr möglich. Auch die gepriesenen Ausblicke zum Everest vom Gokyo Kang und Kala Patar. Wenn der Georg mit seiner Höhenkrankhit nicht gewesen wäre, hätte ich wenigstens den Kala Patar erreicht. Es soll wohl nicht sein. So habe ich immerhin die Sherpa-Häuser kennengelernt, ein Stück Nepal, das die Anderen nicht gesehen haben. Beim Abendessen im Sherpa-Haus ruft plötzlich jemand von der Straße meinen Namen. Ich öffne das winzige Fenster und stecke den Kopf hindurch. Es ist Peter, der tief in seine Daunensachen vermummt ist. Er ist vom Gokyo-Kang abgestiegen, weil er Fieber bekam. Die anderen gingen über den Pass. Die Yaks werden auch gerade über Pangboche getrieben und sollen morgen im Lager in Lobuche sein. Ein langer Weg von Pangpoche aus, meine ich. Ich weiß nicht so recht. Wir verabschieden uns. Alles Gute nach Lobuche, sage ich zu Peter. Am Morgen ist es wie ein Funke: Ich bin fest entschlossen nach Lobuche zu gehen. Vielleicht bleibt mir doch noch eine Chance in die hinterste Ecke des Tales zu gehen, den Kala Patar zu besteigen und doch noch den Mount Everest zu sehen. Ich erkläre Dawa mein Vorhaben. Begeistert ist er nicht, wegen dem langen Weg, aber er stimmt zu. Mir geht alles zu langsam. Beim Zusammenpacken des Zeltes greife ich mit an, beim Verschnüren der Gepäckstücke. Dawa hat den Sohn des Hauses als Träger angestellt. Nun lässt er ihm natürlich ausreichend Zeit zum Essen. Es gibt Riesenkartoffelpfannenkuchen und ich glaube der Bursche isst pro Stunde Weg mindestens einen Pfannenkuchen.

Ich besichtige unterdessen das Kloster in Pangpoche. Nur noch zwei Touristen sind dort und man rückt uns bereitwillig die weltberühmte Yetiklaue und den Yetiskalp ins rechte Licht, damit wir gut filmen und fotographieren können.

In 2 ½ Stunden sind wir schon in Pheriche. Im Vergleich zu den zurückliegenden Tagesetappen sind wir unheimlich schnell gelaufen. Auf einmal bin ich sicher, dass; ich den Weg hinauf nach Lobuche schaffen kann. Aus dem Rasthaus in Pheriche wird wieder mein Name gerufen. Natürlich ist das Peter. Ich hätte keine Mittagspause gebraucht, aber nun esse ich doch eine Nudelsuppe, dazu eine für Dawa und seine Tochter und Zigaretten für Dawa, damit der Weg nicht zu lange wird. Wir müssen unbedingt weiter – das lange Tal hinauf nach Duglha. Nach dieser kleinen Siedlung führt der Pfad steil hinauf. Und von da an braucht es Kraft für den restlichen Weg. Etwa um 16:30 Uhr sehe ich von Weitem die ersten Zelte unserer Gruppe. Dort ist Lobuche! Das ist eine Erleichterung, eine Erlösung! Alle Steine der ganzen Etappe fallen mir vom Herzen. Ich habe es geschafft! Zum Talschluß werde ich morgen gehen! Den Everest aus nächster Nähe sehen! Ich habe nie gehofft, nach jenen Fiebertagen noch derart weit zu kommen.

Der Klaus ist mir gleich entgegen gekommen, so überrascht war er, mich zu sehen. Ich habe ihm gleich gesagt, was ich von Georgs und meiner Abschiebung halte. So viel Luft zum Reden habe ich noch. Eine ganze Menge Luft habe ich. Ich erinnere mich an keine Antwort, die mir Klaus gegeben hat.

Die Nacht schlafe ich gut, ohne Kopfschmerzen, wie im siebten Himmel, obwohl ich mehrmals wach werde. Eintausend Höhenmeter bin ich heute gestiegen und dabei durch das halbe Khumbu-Gebiet gelaufen.

Vom Lager in Lobuche beherrscht allein der Nuptse das Blickfeld, keine Spur vom höchsten Berg der Welt. Lobuche liegt 4930 m hoch. Bis zu unserem letzten Lager in Gorak Shep sind es nur noch gute 200 Höhenmeter, doch was hat das schon zu sagen? Es geht ewig lange am Rand des Khumbu-Gletschers hinauf, hinab, über Felsblöcke und Geröll, Bäche und immer wieder hinauf und hinab. Endlos. Jedesmal ist von der gerade erstiegenen Anhöhe der nächste Geröllhügel zu sehen. Schließlich fließt von der linken Seite ein zweiter Moränenstrom zum Khumbu-Gletscher und es dauert noch länger bis ich als Nachkömmling durch das Felsengewimmel hindurch bin. Als ich an dem ausgetrockneten Gorak-Shep ankomme, fühle ich mich recht ausgelastet. Nach dem kargen Mittagessen steht es uns frei, auf den Kala Pattar (5545 m) hinaufzusteigen. Ich gehe etwa um 14 Uhr los und bin in zwei Stunden oben. Eine halbe Stunde länger als die anderen habe ich gebraucht. Besonders das letzte Stück durch die Felsblöcke hat es in sich. Aber vom Gipfel dieses Schutthügels hat es einen traumhaften Rundblick. So etwas von Brachialgewalt habe ich noch nicht gesehen. Die dunkle Gipfelpyramide des Mount Everest, 8848 m hoch, Chomolongma, wie ihn die Tibeter nennen oder Sagarmatha auf Nepali. Die riesige Nuptse-Wand, der sich lange hinausziehende, von Geröll bedeckte Khumbu-Gletscherstrom. All die Berge in die Abenddämmerung getaucht. Einige bleiben noch bis zum Sonnenuntergang. Ich gehe weiter über den Grat und dann hinab zu den Zeltplätzen.

Die Nacht ist ruhig, ich schlafe wie ein Murmeltier. Am frühen Morgen ist es bewölkt. Einige gehen zum Kala Pattar, die Hälfte zum Everest Base Camp, der Rest, zu dem auch ich gehöre, hinab nach Lobuche. Dort bin ich in 2 ½ Stunden. Nach Duglha, unserem Übernachtungsplatz (4610 m), ist es nicht mehr weit. Nur ein paar Häuser stehen hier. Die Bewölkung hat sich während des Tages und Abends verdichtet. Es sieht so aus, als schlage das Wetter um. Da wir recht früh im Lager sind, habe ich Zeit zu lesen und zu schreiben und mir einige Gedanken über die Tour zu machen, nachdem ich nun noch die Hälfte des Weges hinter mir habe. Seit der Übernachtung in Phortse, als ich morgens vom Dachgarten des Hauses meines Gastgebers in die Runde schaute, mich schon einigermaßen gesund fühlte und endlich wieder die Berge sehen konnte – seitdem eigentlich bin ich erst richtig im Himalaya. Durch den relativ kurzen Flug hat man gar kein Gefühl für die Entfernung. Ich spüre gar nicht, wie weit weg von zu Hause ich bin. In unserer Reisegruppe sind viele Individualisten. Bei fast allen spielt Geld keine Rolle. Man kann es sich eben leisten. Ich meine, nach all den Bergen, die ich bisher gesehen habe, halten unsere Alpen einem Vergleich stand. Der Ausblick vom Kala Pattar ist einmalig, aber auch der von der Diavolezza (man muss ja nicht gerade auf der Terrasse sitzen). Hier in Nepal ist keine Einsamkeit, das war mir vorher klar. In unseren Alpen habe ich an vielen Tagen weniger Menschen gesehen als hier auf den Trekking-Pfaden.

Auf einem leicht abfallenden Pfad wandern wir von Duglha in 1 ½ Stunden nach Dingpoche, 4400 m. Das Wetter hat sich nochmals verschlechtert. Dingpoche ist die am höchsten gelegene, ständig bewohnte Siedlung des Khumbu-Tales. Von hier sehen wir die Spitze des Island Peak, für viele das Ziel der Reise. Während unserem Lunch in Dingpoche beginnt es zu schneien. Dieser Schauer ist aber bald vorüber. Wir ziehen wieder los, hinauf nach Chukung, 4730 m. Der Island Peak ist zunehmend klarer zu sehen. Mächtige Hängegletscher kleben an seiner Westseite. 2 Stunden benötigen wir bis zum Zeltlager. Das Wetter bessert sich. Die Sonne scheint und wir können Schlafsack, Socken und Schuhe trocknen und lüften. Tags darauf ist gegen 9 Uhr Abmarsch nach Pareshaya Gyab, unserem Basislager, 5100 m. Der Ausgangspunkt für die Besteigung des 6189 m hohen Island Peak. Um 11:30 Uhr befinden wir uns an dem ausgetrockneten See, an dem die beiden Gletscherströme zusammenfließen. Wir rasten in der Sonne. Insgesamt gehe ich 4 Stunden zum Basislager im hintersten Winkel von Pareshaya Gyab.

Den nächsten Vormittag verbummeln wir. Klaus meint, wir sollen erst nach dem Mittag aufsteigen, um weniger Zeit im Hochlager verbringen zu müssen. Mit uns zusammen befinden sich im Basislager noch eine Gruppe Australier und einige Privat-Trekker. Die Australier wollen im ersten Hochlager auf 5500 m Höhe bleiben. Wir wollen das zweite Hochlager bei etwa 5700 m belegen. Gegen 12 Uhr beginnen wir mit dem Aufstieg, langsam Schritt für Schritt im Schneckentempo. Nach drei Stunden sind alle oben. Das Wetter ist prächtig, die Sicht so einmalig, dass; ich nicht aufhören kann zu schauen. Der Sonnenuntergang von unserem Hochlager! Jetzt ziehen schon gewaltige Wolken das Tal herauf zu uns.

Dann ist Island-Peak-Tag. Die Anneliese (53 Jahre) begnügt sich mit der Besteigung des Hochlagers und geht in aller Seelenruhe hinunter. Der Weg zum Gletscherbeginn in etwa 5900 m Höhe führt sehr beschwerlich durch Geröll. Klaus teilt die Seilschaften ein nach dem Motto: Die Stärksten für sich und die Schwächsten für sich. Heinz, Peter und ich bleiben übrig. Heinz soll die Seilschaft führen, zeigt aber keine großen Ambitionen, so dass; schließlich ich die Initiative ergreife, sonst wären wir da schon umgedreht. Wir kommen dann auch ganz gut bis zur letzten Steilwand. Nach einigem Hin und Her kehren wir dann um. Zwei schließen sich uns von den anderen Seilschaften noch an.

Während dem Warten an der Wand habe ich den anderen Seilschaften zugesehen, wie sie die ersten Meter am Fixseil, das Klaus gespannt hat, hinaufsteigen. In halber Höhe ist eine Felspassage, in der die Teilnehmer die Steine nur so lostreten. Es braucht einen harten Schädel, wenn man da hinauf möchte. Heinz und Peter haben mit Worten etwas eher kapituliert als ich. Erst die herabprasselnden Steine haben mich aufgeben lassen. Es gibt viele unschöne Worte von den Seilschaften vor uns. Auf solche Art möchte ich keinen Berg besteigen, aber hier sind ja auch keine Freunde unterwegs. Jeder ist sich selbst der Nächste. Der Klaus ruft von oben: „Jeder geht hier auf eigene Gefahr!“ Das gibt dann Peter und Heinz den Rest und ich bleibe allein übrig. An eine andere Seilschaft anhängen ist jetzt auch nicht mehr möglich. Mir fehlt ein wenig die letzte Motivation, ich bin zu lange unschlüssig und will mich auch nicht wieder so bis zum Letzten verausgaben, dass sich mir der Magen umdreht. So lange ist mein Fieber nun auch nicht vorüber. Die Wolken ziehen näher. Sicht ist am Fuß der Steilwand schon keine. Die anderen brauchen sehr lange bis sie am Grat oben sind. Einer hat sich übergeben, ein anderer war nicht mehr Herr seiner Sinne. Ich bin eigentlich froh, nicht mitgegangen zu sein, war ich doch zumindest 6010 m trotz allem hoch. Daran habe ich bei Phortse Bridge nicht im Mindesten gedacht. Unten im Basecamp kommt mir die Anneliese entgegen. „Es gibt wichtigere Dinge als dieses letzte Steilstück,“ meint sie.

Nach einer weiteren Nacht im Island Peak Basecamp rüsten wir für den Abstieg. Von nun an geht es talauswärts. Schon während der Nacht beginnt es zu schneien. Von nun an wird der Island Peak einige Tage unzugänglich sein. Zur Mittagsrast in Chukung ist es kalt und ungemütlich. Das Tal schneit langsam zu. In Dingpoche zelten wir auf einem Yak-Acker. Die Zelte werden wieder einmal mitten im Scheiße aufgestellt. Aber auch das sollte bald mit einer dicken Schneeschicht zugedeckt sein. Die Seesäcke sehen nach dem Transport durch Schnee und Matsch aus! Es schneit und schneit. Bei dem trostlosen Wetter wäre ich am liebsten heute schon in Kathmandu. Zum ersten mal vermisse ich deutlich die Annehmlichkeiten der Zivilisation. Sind das bei uns alles Dinge, die nicht erstrebenswert oder gar unnötig sind? Es bliebt viel Zeit zum nachdenken, während es draußen unaufhörlich schneit. Gelegentlich müssen wir das Zeltdach vom Schnee räumen.

Wer denkt bei uns zu Hause im Wohlstand schon daran, dass – nicht nur – in Nepal Menschen leben, die sich das noch nicht einmal vorstellen können, was wir zu Hause für selbstverständlich halten. Hier oben gibt es weder Radioempfang noch Zeitungen. In einigen Häusern sah ich Zeitungsbilder mit westlichen Modephotographien, Bilder von Frauenfrisuren und Frauen mit Mänteln. Man sagt, die Leute hier wissen das nicht anders. Ich erkenne, dass auch unsere Alpen sehr, sehr schön sind. Man kann dort eine Woche allein unterwegs sein und ist weniger allein, als hier in der Gruppe. Fast alle sind als Egoisten gekommen. Das ist nicht meine Art, in die Berge zu gehen. Frühstücken, laufen, Lunch, laufen, Zeltlager, ruhen bis zum Pfiff fürs Abendessen, Tee, schlafen. Und so jeder Tag. Nur manchmal geht es etwas extremer zu, wenn die hohen Berge anstehen. Dann beginnt der Kampf. Mir selbst geht es nicht um Anstrengungen und Entbehrungen. Das hier beim Nepal-Trekking ist ein verbissener, persönlicher Kampf mit dem Berg, ein Kampf um einen Sechstausender. Gewinnen oder zusammenbrechen. Georgs Freund war auch mit auf der Reise und hat seinen Kumpel schmählich im Stich gelassen, obwohl er wusste, dass Georg schwer höhenkrank war. Nur der 6000-er zählt. Dafür hat man bezahlt. Die meisten führen einen überehrgeizigen Kampf um Selbstbestätigung. Ich glaube nicht, dass; ich jemals so eine Einstellung hatte, oder dass; sie mir jemand zugedacht hat. Einige meiner Höhenflüge haben sich nun schon relativiert, wie: Muss es das nächste mal noch höher sein? Heute nachmittag während dem Abstieg nach Dingpoche habe ich gedacht: Wenn du zurück bist, hast du endlich die Ruhe gefunden, die innere Ruhe vielleicht sogar. So habe ich gedacht: Endlich musst du nicht immer wieder so weit fort.

Mitten in der Nacht klopft Karl-Heinz die Zeltwände von Schnee ab. Am Morgen liegen draußen 20 cm Neuschnee. Und es schneit noch immer. Gestern waren die Sachen im Seesack noch einigermaßen trocken. Nun habe ich die wichtigsten Dinge wie den Schlafsack zusätzlich in Plastikbeutel verpackt.

Wir wollen nach Tengpoche, 3900 m. Es schneit fast den ganzen Tag. Erst in Pangpoche lockert die Bewölkung etwas auf. Mittagspause haben wir in dem Haus in Pangpoche, vor dem ich damals auf dem Acker übernachtet habe. Unsere Gruppe will das Kloster besichtigen. Aber es wird gerade gebetet, der Innenraum bleibt versperrt. Dann steigen wir steil hinab zum Fluß durch Schnee, Matsch und Schlamm, eine riesige Sauerei. Ich habe die Freude am Laufen verloren. Die Brücke ist gewagt und schwankt. Der Pfad führt in leichter Steigung hinauf zum Kloster Tengpoche durch einen herrlichen Wald, wohl ein Traumweg bei schönem Wetter. Wir erleben Tengpoche im Schnee. Vor dem Kloster gibt es einen großen freien Platz, ringsum stehen kleine Hütten, einige auch um Touristen unterzubringen. Wir müssen etwas warten, bis eine Holzhütte gesäubert ist, die man für uns reserviert hat. Wir werden auf dem Fußboden zwei mal übernachten. Morgen gibt es einen Ruhetag. Mein Seesack und ein paar andere sind erst gegen 19:30 Uhr eingetroffen, da in Dingpoche die Yaks weggelaufen waren. Zum Glück sind meine Sachen noch trocken. Am Abend klart der Himmel wieder auf, Sterne zeigen sich. Nach einer kalten Nacht erwartet uns ein Traumtag. Mich hält es nicht mehr im Schlafsack und als einer der Ersten schleiche ich an den Schlafenden vorbei hinaus und da sehe ich das sagenhafteste Panorama meines Lebens! Alle Berge, die ich seit Tagen nur noch aus der Innerung kenne. Das ist nicht zu beschreiben. Ich habe das zwar gefilmt, aber das Blickfeld der Augen ist viel weiter…

Vor dem Frühstück habe ich den ersten Rundgang beendet. Wir besichtigen das Kloster. Der Gebetsraum ist dunkel, bunt und feierlich. In solchen Räumen überkommt mich immer tiefe Ehrfurcht. Danach bin ich umherspaziert und habe geschaut: Nuptse, Everest, Lothse, Ama Dablam, Kang Taiga, Tramserku. Die tief verschneite Landschaft, die schneefreien Flußtäler. Der Hügel von Namche und Khumjung gegenüber. Der Pfad ist zu sehen, auf dem ich von Phortse nach Pangboche gestiegen bin. Die Sonne brennt nun, der Schnee schmilzt zusehens. Die Sherpa haben die Zelte ausgelegt zum Trocknen. Alles liegt im Freien: Schlafsäcke, Kleider, Schuhe, das gesamte Kochgeschirr. Trockentag, Ruhetag. Ein Fest für die Augen. Tengpoche: Der prächtigste Ort! Am Abend erleben wir einen einzigartigen Sonnenuntergang. Nachdem sich die Wolken verzogen haben, werden allein die Berggipfel von der Sonne angestrahlt, zum Schluß nur noch die Spitze der Ama Dablam. Die Farben ändern sich von Minute zu Minute. Einen solchen Tag erlebt man nur einmal. Es ist kaum zu fassen. Welch ein Glück haben wir, dass wir so etwas sehen dürfen!

Wir wollen nach Namche Bazar. Kurz vor 9 Uhr sind Karl-Heinz und ich losgegangen. Ihn drängt es jetzt mächtig nach Hause zu Kind und Frau. Nach der Besteigung des Island Peak ist die Tour für ihn beendet, der Rest nur noch Anhängsel. So denken viele in unserer Gruppe. Rasch steigen wir hinunter zum Fluß, 3250 m. Nach der Brücke kommen wir in einen strahlend grünen Wald, in dem sich schon leicht die herbstlichen Farben zeigen. Wir steigen wieder hinauf Richtung Khumjung, biegen vorher jedoch nach Namche ab. Ein gemütlicher Ausklang dieser für mich sehr anstrengenden Tage. Inzwischen ist es recht warm geworden. Nur manchmal weht schwach ein kühlender Wind. Ein friedlicher Herbsttag in Nepals Gebirge. Die Bergriesen entziehen sich allmählich unserem Blickfeld. Mir scheint, dass; unsere Reisegruppe etwas ruhiger geworden ist. Ein Trugschluß, wie sich am Abend und in der Nacht noch herausstellen sollte. Nur die Spannung des Island Peak ist abgefallen. Man kann auch sagen, es ist die verflogene Angst der Reisenden vor einem Sechstausender.

Der Pfad nach Namche ist ein Panoramaweg einige hundert Meter über dem Dudh Kosi. Man kann weit ins Tal nach Phakding hinausschauen. Plötzlich sind wir um eine letzte Wegbiegung herum und wieder in Namche. Der Kreis schließt sich. Diesmal übernachten wir nicht auf dem Zeltplatz, sondern im Haus des Onkels unseres Sirdars. Das Gebäude ist im traditionellen Stil errichtet. Es leben hier reichere Leute, die nicht mehr so große Angst vor bösen Geistern haben. Der Rauch über der Feuerstelle wird durch ein Rohr abgeleitet.

Am Abend beginnt die Tschang-Runde. Da mir das Gebräu nicht schmeckt, ziehe ich mich etwas zurück. Das tun auch Anneliese und Karl-Heinz. So kommt es, dass; die lustigen Zecher uns ausgrenzen. Anneliese bezichtigt sie dann noch als „Tschang-Brüder“, Karl-Heinz beschwert sich über den Zigarettenrauch der Zechenden, dass das eine Zumutung im Schlafraum sei. Damit ist das Debakel der kommenden Nacht vorherbestimmt. Bibi, dieser dumme Mensch (Georgs Freund), sinnt auf Rache. Einen Verbündeten findet er in Klaus, unserem Führer, der auch nicht gut auf Karl-Heinz zu sprechen ist, weil Karl-Heinz überall Bescheid weiß und Berge und Wege aus der Literatur besser kennt, als Klaus. Nachdem wir uns schlafengelegt haben, wird ein Plan gefaßt. Bibi plant, den Karl-Heinz nachts mit Wasser vollzuspritzen, damit er einen Denkzettel erhält. Zur Ausführung klärt sich die naive Freundin von Klaus bereit. Karl-Heinz hat Glück und liegt etwas geschützt vor einem Bettgestell. So werde leider ich von dem Eimer Wasser getroffen. Aber die lustigen Attentäter haben nicht mit meinem Gore-Tex-Schlafsack gerechnet, an dem das Wasser wirkungslos abläuft. Nur der Fußboden schwimmt und ich liege mitten in einer Pfütze. Ich habe eine Menge Arbeit, mich wieder trocken zu legen. Nur der Karl-Heinz hilft. Verständlicherweise bin ich etwas verärgert über diese Wasserspiele.

Während dem Abstieg von Namche nach Jorsale habe ich das fast wieder vergessen. Von Dummköpfen soll man sich nichts verderben lassen. Der Abstieg geht derart flott, dass wir bald an der Eingangshütte des Nationalparks sitzen und auf den Rest der Gruppe warten. Höhe 2820 m. Vorhin war der allerletzte Blick auf den Mount Everest, Karl-Heinz hats wieder gewusst. Danach sind die höchsten Berge endgültig verschwunden. Wir zelten wieder bei Phakding. An unserem letzten Wandertag sind es nur noch zweieinhalb Stunden nach Luglha. Kurz nach 11 Uhr sind wir dort, bauen unser Zelt auf und warten auf das Mittagessen. Danach sammeln wir Kleidung und Ausrüstungsgegenstände, die wir den Trägern schenken wollen. Auch das Trinkgeld an die Sherpa soll verteilt werden.

In Luglha warten mehrere Reisegruppen auf die Flugzeuge nach Kathmandu. Die beiden Flugzeuge werden mindestens je zwei mal fliegen müssen, damit alle mitkommen, vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Wir können nicht mehr tun als warten und das werden wir dann auch ausgiebig.

Bei der Kleiderverteilung habe ich dann ein wenig gefilmt. Der Klaus macht das mit einer Überheblichkeit, dass; jeder merken muß: Unser Führer ist der absolute Herr und Wohltäter. An Trinkgeldern werden insgesamt 150 Rupies an 15 Teilnehmer verteilt. Der Sirdar erhält dazu die nahezu neuen Steigeisen von Karl-Heinz. Diese Steigeisen wollten vorher der Bibi und unser junger Doktor der Chemie abstauben. Für den Karl-Heinz hat das mehr eine symbolische Bedeutung: Diese Bergtour soll vorerst sein letzte sein, auf ihn wartet ja die Familie. Seine Steigeisen sollen im Himalaya bleiben.

Ich habe nicht so wertvolle Stücke zu verschenken. Zwei Hemden, Strümpfe, Handschuhe, Pullover und Mütze. Dawa bekommt ein Feuerzeug und eine Thermosflasche, ohne dass; unser Bergführer das mitbekommt. Dawa hat ja auch einiges für mich getan. Unsere Tschang-Brüder gehen danach in den Ort zu einer entsprechenden Bude, um sich dieses unedle Gebräu in den Kopf zu gießen.

Der nächste Tag, ein Donnerstag, wird zum Wartetag auf dem Flugfeld von Luglha. Unser Gepäck liegt oben an der Abfertigungsbaracke bereit zum Wiegen. Wir laufen unruhig herum wie die Hühner oder sitzen auf den Steinen. Das ganze Flugfeld ist voller Menschen. Am Morgen kommen zwei Flugzeuge. Klaus hat sich zu der ersten Maschine hinzugeschmuggelt – mit seiner Freundin natürlich, nicht mit der ältesten Frau unserer Gruppe. Klaus will in Kathmandu mehr für uns ausrichten, denn von Luglha aus gehe gar nichts (meint Klaus). Das Wetter verschlechtert sich und unsere Hoffnung sinkt. Nachmittags kommen dann noch zwei Flugzeuge, die die restlichen Touristen – außer uns – mitnehmen. Die 5. Maschine (die unsrige) wird wegen zu schlechtem Wetter und Nebel in Kathmandu endgültig abgesagt. Unsere Seesäcke werden wieder hinuntergeschleppt, die Zelte nochmals aufgebaut und der immerhin noch zurückgebliebene Koch bereitet uns um 14 Uhr ein karges Lunch. Wir Europäer müssen immer einmal wieder lernen, Geduld zu üben. Freitag früh. Ich schaue aus dem Zelt und atme auf: Keine Wolke am Himmel. Dieser Tag sollte uns mehr Nerven kosten, als alle Krimis zusammen, die wir bisher gesehen haben. Um 6:30 Uhr gibt es Early Morning Tea, um 7:30 Uhr schleppen wir unsere Seesäcke zur Landbahn. Der Sirdar ist dabei, das restliche Gepäck von Klaus nach oben zu tragen. Plötzlich von oben ein Ruf. Der Sirdar läßt alles stehen und liegen. Es geht nichts mehr. Niemand weiß warum. Der Sirdar verhandelt oben. Anfangs sollen wir mit der ersten Maschine fliegen. Nun heißt es, zwei Maschinen seien in Kathmandu defekt. Es sollen zwei Maschinen kommen, davon eine später ein zweites mal. Wenn das Wetter beständig bleibe, gäbe es einen vierten Flug, der sei der unsrige. Wir sind wie niedergeschmettert. So eine Sauerei. In Kathmandu sei wieder Nebel. Um 10 Uhr landet die erste Maschine, um 10:15 Uhr die zweite. Im ersten Flugzeug ist noch ein Platz frei, die Anneliese darf mitfliegen. Wir losen danach aus. Zuerst unsere zweite Frau Maria und dann wir nach einer Reihenfolge. Dann wird gesagt, auch die dritte Maschine sei besetzt. Es ist noch eine Gruppe Spanier auf dem Rollfeld. Kurz vor 12 Uhr heult wieder die mickrige Sirene, eine dritte Maschine befindet sich im Anflug. An einen vierten Flug glaubt schon niemand mehr von uns. Ich habe mich schon drauf eingestellt, einen weiteren Tag hier zu übernachten. Plötzlich kommt einer vom Flugpersonal auf unser Gepäck zu, fragt, zählt und zeigt auf die Waage. Es wird Gepäck hin und her gewuchtet und gewogen. Eispickel, Skistöcke, Sanikästen und der Seesack von Klaus Freundin (das hat sie davon) bleiben zurück. Wir schaffen unser Gepäck auf das Flugfeld. Die Maschine landet, das Gepäck wird verladen. Good bye! Wir steigen ein, starten und fliegen! Auf nach Kathmandu.

Wer hat das wohl arrangiert? Selbst als wir in Kathmandu landen und Klaus begegnen, ist die Sache noch unklar. Klaus sagt, er habe bis zu unserer Ankunft noch verhandelt. Er wusste gar nicht, dass wir längst unterwegs waren. Im Hotel angekommen heißt es: Duschen und Essen! Nach drei Wochen gibt es endlich einmal wieder Fleisch und Salat und von allem, soviel wir nur essen können. Nachmittags nehmen Karl-Heinz und ich ein Taxi zur New Road. Ich spaziere durch die Straßen: Basantpur Platz, Durbar Square, die Bazarstraße entlang und wieder zurück bis es dämmert. Gegen 18 Uhr nehme ich ein Taxi zurück zum Hotel. Morgen bleibt noch ein knapper Tag, den ich vormittags in Kathmandu und nachmittags bis 16 Uhr in Patan verbringen möchte. Im Hotel schicke ich die letzten Postkarten ab, die ich im Vertrauen auf das Personal nicht abstempeln lassen. Auch diese Karten sind angekommen. Verschollen blieben nur die zwei Ansichtskarten, die ich zu Beginn des Urlaubs abgeschickt habe.

Es hat sich herausgestellt, dass; unser Veranstalter in Kathmandu den Flug von Luglha versehentlich einen Tag zu früh gebucht hat. Da kamen wir erst nachmittags an. Da in der Saison ja immer Touristen da sind, waren alle Flüge besetzt und wir mussten warten, bis eine zusätzliche Maschine eingesetzt werden konnte. Dies verhinderte das Wetter in Kathmandu. Am Freitag erwies man uns die Gnade, uns eine Maschine früher mitzunehmen.

Am Samstag ist mein letzter Tag in Kathmandu. In einem kleinen Laden kaufe ich zwei Thankas. Ich kann zwar den Preis ein drittel herunterhandeln, aber sicher habe ich noch zu viel bezahlt. Gerade in den Seitengäßchen der Stadt gibt es viel zu entdecken. Überall in den Innenhöfen gibt es kleine Tempel und Opferstätten. Eine Unzahl kleiner Geschäfte reihen sich bunt gemischt aneinander. Um 12 Uhr fahre ich zurück ins Hotel zum Mittagessen. Nach dem Lunch geht Karl-Heinz mit zum Spaziergang in Patan. Patan ist viel schöner, harmonischer und gewachsener als Kathmandu. Der Palastbezirk wirkt sehr geschlossen und architektonisch besser geplant. Selbst Bhaktapur hat eine andere Ausstrahlung als der Innenbereich von Kathmandu. Die Häuser in Bhaktapur bilden mehr eine Einheit. Diesen Ort hätte ich mir noch einmal ansehen sollen. Nun ist es zu spät. Um 16 Uhr fahren wir vom Hotel zum Flughafen. Um 18:30 Uhr besteigen wir die Maschine und fliegen nach Dehli. Dort betreten wir die Hotelhalle des Imperial gegen 21:15 Uhr. Das ist ein riesiger Hotelkasten, der auch schon edlere Tage gesehen hat. Ein altes Hotel mit Bar und Musik, Speisesälen, Ladenstraßen Zimmerfluchten und einigen Käferchen in den Zimmern. Dazu gibt es ein schlechtes Abendessen in der Bar des Hauses. Daran kann auch die schmelzende Sängerin nichts ändern. Am Sonntag um 5 Uhr ist wecken. Um 10:40 Uhr versucht der Jumbo der Air India zu starten. Nach einer Ehrenrunde bezieht er wieder die alte Parkposition. Mit Flügen haben wir wenig Glück. Zwei Stunden später fliegen wir ab, landen nochmals in Rom und in Frankfurt kurz vor 18 Uhr.