Patagonien – Paine

Argentinien – Chile

Südamerika, Patagonien und Feuerland standen noch auf meiner Wunschliste.
1994 flog ich nach Buenos Aires, zum Paine-Gebirge in Chile, an den Aconcagua und zum Abschluß ein paar Tage nach Rio.


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Cerro Torre – Fitz Roy

Die Wege sind immer weit in Argentinien und ohne das Flugzeug geht nichts. Trotz allem fahren wir noch viele Stunden mit dem Bus und erreichen erst sehr spät in der Nacht unser Haus, die Estancia La Quinta in Patagonien bei El Chalten. Zu unserem Schrecken regnet es. Wir sehen keinen Berg. Darum fahren wir erst um 12 Uhr mit dem Bus über El Chalten zur Porto Fitz Roy. El Chalten war damals ein ganz junges Dorf. Man bemüht sich, Leute im Grenzgebiet zu Chile anzusiedeln und den Tourismus zu fördern. Wir wandern hinauf zum Lago Capri. Enttäuscht spähen wir in die Wolken. Nur schemenhaft läßt sich vermuten, wo vielleicht der Fitz Roy zu finden ist. An der Lagune steht das Campamento Base Laguna Capri. Wie alle Basecamps steht hier ein Zeltplatz mit einer „Kochhütte“, die aus angestellten Baumstämmen und Plastikplanen gegen Wind und Regen schützen soll. Keine Wolke am tiefblauen Himmel. Wir haben es verdient. Mit dem Bus fahren wir ein ganzes Stück ins Tal hinein bis an die Brücke des Rio Bianco. Dort beginnt die tollste Wanderung unserer Reise. Von 10 Uhr sind wir unterwegs bis 18:45 Uhr. Der Fitz Roy ist allgegenwärtig.

Der Wanderweg ist meistens gut zu finden. Alles ist auch allein möglich. In El Chalten gibt es bereits eine vierspurige Hauptstraße und einige Unterkünfte entstehen. Patagonien boomt schon. Es gibt mehr Touristenherbergen als Häuser der Einheimischen. An der Lagune de los Tres liegt Neuschnee. Der Ausblick gehört zu denjenigen, wo ich meine, sie sind einzigartig in der Welt. Wir haben lange Zeit zu schauen. Wir gehen zum benachbarten Hügel und können hinabschauen zur Lagune Sucia. Während dem Abstieg und Rückweg gehen wir durch eine phantastische Landschaft.


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Nur 60 km Luftlinie ist das Paine-Massiv vom Fitz Roy entfernt. Aber auf der Landstraße müssen wir 500 km fahren. Zuvor jedoch schauen wir uns den Gletscher Perito Moreno an.

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Die Paine-Türme steigen aus der fast ebenen Pampa in den Himmel. Der vergletscherte Paine Grande ist 3050 m hoch.

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Paine – Massiv

Unsere Hosteria liegt am Lago Grey und heißt auch so. Über eine wackelige Brücke (max. Belastung 1,5 t) fährt unser Bus trotz allem, und sie hält dem mehrmals stand. Wir allerdings gehen jedesmal zu Fuß hinüber.

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Von der Hosteria haben wir diesen Superblick auf den Lago Grey mit seinen Eisbergen. Wir wandern zu der Aussichts-Halbinsel. Wir stehen hautnah neben den Eisbergen. Es ist phantastisch. Leider bleibt uns auch hier zu wenig Zeit für Wanderungen.
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Der Lago Grey; Blick zum Festlandeis

Die Torres del Paine, die drei Türme sind 2600 m bis 2850 m hoch. Es gibt eine mehrtätige Wandertour, die um das Massiv führt. Unsere 6-stündige Tageswanderung zu den Paine-Türmen beginnt an der Hosteria Las Torres.

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Torres del Paine

Den Wasserfall Salto Grande schauen wir uns an. An einem nahen See finden wir unerwartet viele Blumen. Später fahren wir die nicht zu lange Strecke nach Puerto Natales, einem kleinen Hafen am Pazifischen Ozean.

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Wir wollen in das nähere Aconcagua-Gebiet. 5 Stunden Gehzeit benötigen wir für 14 km zum Lager Confluenzia (3500 m). Die Landschaft wird immer wilder.

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Aconcagua Südseite

Das Lager befindet sich in einer Mulde der Gletschermoräne. Der Zeltplatz ist komfortabel mit Essenzelt, Tischen und Stühlen. Und einem befestigten Abstellraum. Etwas unterhalb gibt es eine herrliche Quelle mit eiskaltem Wasser. Die Nacht ist sehr kalt, der Bach der Quelle fast zugefroren. 8 Stunden sind es zur Punta Francesca und zurück. Das Lager diente französichen Bergsteigern bei der Erstersteigung der Südwand.

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Aufstieg zum Lager Confluenza

Wir kehren zur Hosteria zurück, 3 Stunden Weg sind das. Mit dem Bus fahren wir nach Mendoza, kommen dort gegen 19 Uhr an und gehen in der Stadt gegen 21 Uhr in ein Lokal essen, dessen Tische an der Straße stehen, durch die wohl der Durchgangs verkehr (auch Lastkraftwagen) röhrt. Es ist unser Abschiedsabend.

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So endete meine Reise nach Argentinien und Chile. Wir hatten stets grosse Entfernungen zurückzulegen, sei es mit dem Flugzeug oder dem Bus. Ich hätte mir mehr Zeit für Wanderungen gewünscht, besonders in Patagonien, dafür hätte man die Wanderungen am Aconcagua vielleicht etwas kürzen können. Aber das wäre dann eine andere Reise. Patagonien ist umwerfend schön.

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Aconcagua