Sardinien

Mitte Mai 2010 fliegen wir nach Cagliari auf Sardinien. Wir wählen vier Standorte, je zwei auf der West- und Ostseite der Insel. Insgesamt fahren wir über 1500 km und sehen so sehr viel von Sardinien, ausgenommen dem Nordosten.


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Cala Mariolu

Es ist schon lange dunkel, als wir in Cagliari landen. Etwa um 23:30 Uhr erreichen wir unser Hotel in Santa Margherita di Pula, das letzte Stück auf einer Sandpiste. Die Hotelbar ist bereits geschlossen. Es gibt aber immerhin noch die Mini-Bar im Zimmer.

Am nächsten Tag besuchen wir zuerst Pula, eine hübsche Kleinstadt am Rande des Touristengebietes und danach die Ruinen in Nora.


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Die phönizischen Ruinen in Nora
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Gute 300 km fahren wir die Westseite der Insel entlang nach Iglesias und dann eine sagenhafte Küstenstrasse entlang über Buggeru im Dauerregen nach Santa Cateria di Pittinuri. Unser liegt ganz toll auf einem Felsen mit Superaussicht. Das Meer rauscht wie gewünscht, doch wegen des aufkommenden Sturmes können wir in den Nächten die Balkontüre nicht öffnen.

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Der Blick vom Fenster unseres Hotels La Baja

Drei Tage Sturm und ein Tag Dauerregen haben wir im Westteil der Insel. Die hohen Wellen sind eine Herausforderung für die Surfer bei einem Wettbewerb auf der Sinis-Halbinsel.

Wir fahren über Bosa (das für uns schönste Städtchen, das wir auf der Insel sehen) eine sehr schöne Küstenstrasse entlang nach Alghero. Es stürmt noch ordentlich, aber die Sonne kommt heraus.


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Bosa
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Eine Wanderung über die Sinis-Halbinsel ist unser letztes Ziel im Westen der Insel. Da sehen wir schon viele Radfahrer mit Startnummern. Bald sehen wir ein paar Surfer bei diesen hohen Wellen. Da muss man das schon können. Es gibt einen Wettbewerb oder mehrere. Später kommen noch Reiter und ein paar Läufer hinzu. Die nehmen dieselbe Runde.

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Oliena

Über Nuoro fahren wir nach Oliena. Nuoro ist sehr unübersichtlich. Eine mittlere Stadt mit unschönen Hochhäusern und einem Zentrum, das wir vielleicht gefunden haben. Nichts wie weiter. Oliena ist klein, überschaubar, etwas schöner, aber ohne Leben. Da spazieren wir kurz umher und fahren weiter nach Dorgali. Das ist eine nette Kleinstadt. Nach Cala Gonone führen viele Serpentinen hinab. Dies ist eine sehr hübsche Hafenstadt, die sich für immer mehr Touristen öffnet (Hotels und Ferienwohnungen). Die meisten Touristen sind noch nicht da.

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Cala Gonone

Das Wetter bessert sich, das Meer wird ruhig. Hier an der Ostseite scheint die Sonne, es ist warm, der Wind wird vom Gebirge zurückgehalten. So beginnen wir mit anderen Hotelgästen eine Bootsfahrt die Küste entlang bis zur Felsnadel bei Cala Goloritze. Wir sind mit Badepausen etwa 7 Stunden unterwegs.

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Cala Goloritze

Zwei Stunden haben wir Badepause an der Bucht Cala Mariolu. Da überwinde ich mich, für 10 Sekunden ins Meer zu gehen. Es ist so kalt und stellt einem die Luft ab. Eine weitere Stunde werden wir am schon recht bevölkerten Strand Cala Luna ausgesetzt. Ein größeres Boot pendelt hierher von Cala Gonone.

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Gola di Gorropu ist eine tiefe Felsschlucht, etwa vergleichbar mit dem Torrente di Parais auf Mallorca. Wir fahren zum Parkplatz zum Start der etwa zweistündigen Wanderung bis zum Schluchteingang. Für 3,50 Euro darf man etwa 200 m in die Schlucht hineingehen. Die Wände gehen ein paar hundert Meter senkrecht nach oben.

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Über Dorghali fahren wir auf der Höhenstrasse 125 nach Braunei. Es ist leider etwas trübe. Eine sagenhafte Panoramastraße. Viele Motorradfahrer fahren hier. Hinab zu der Felsnadel Pedra Longa und hinein nach Arbatax zu den roten Felsen. Alles drum herum in dieser Stadt ist nicht schön. Dann kommen wir nach Bari Sado und Torre di Bari, unserem letzten Übernachtungsort auf Sardinien.

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Der kilometerlange Strand ist jetzt noch nahezu menschenleer. Das Wasser immer noch zu kalt. Unsere schönste Rundfahrt auf dieser Insel führt uns zuerst nach Lanusei, über ein paar Dörfer zum See Flumendosa. Von diesem zauberhaften See nehmen wir die kleine Straße nach Westen. Manchmal meint man, in Kanada zu sein, manchmal in Schottland oder Irland. Es ist einfach nur toll. Wir begegnen kaum 10 Autos. Etwa 20 Motoradfahrer und 4 Radfahrer.

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Lago Alto del Flumendosa

Die Straße führt durch einen Nationalpark. Eine Bahntrasse, eine phantastische Anlage, verläuft durch den Park. Die Züge fahren erst im Sommer. Schließlich kommen wir hinunter zur Hauptstrasse nach Ussassai, das verlassene Gairo, Vecchio, Obrin, Ulassai. Alles arme Dörfer, die weitgehend verlassen sind. Trotzdem gibt es einige Neubauten. Jerzu ist sehr verwinkelt. Die meisten Lokale (außer in Jerzu) haben geschlossen oder sind verlassen. Dann fahren wir wieder auf die SS125 nach Bari Sado.

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Gairo
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Jerzu
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Wildpferde – Bahnhof in Taquisara

Wir nehmen am letzten Tag den kürzesten Weg nach Cagliari, teilweise entlang einer neu gebauten Schnellstrasse. Vor Cagliari kommen einem viele Ausflügler entgegen. Trotz Sonntag finden wir unten am Hafen nach einigen Runden gerade so einen Parkplatz, aber wir gehen nicht in die Stadt, es ist so viel Betrieb, dazu noch eine große Volleyballveranstaltung mit Schulklassen auf der Via Roma. Gegen 18 Uhr startet unser Flieger.

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Cagliari