Südafrika

von East London nach Cape Town

Renates Sohn Markus ist zum sechsmonatigen Praktikum in East London. Wir wollen ihn besuchen und unseren Urlaub in Südafrika verbringen. Zweieinhalb Wochen haben wir Zeit, fahren im Mietwagen am Meer entlang nach Kapstadt mit einem Abstecher nach Oudtshoorn, die Garden Route entlang nach Stellenbosch. Nur zu Beginn hat uns Markus ein Hotel in East London vorgebucht. Ansonsten wohnen wir meist in Bed&Breakfast, bei Kapstadt in einer Ferienwohnung. Es hat alles funktioniert – sind wir doch außerhalb der Weihnachtszeit unterwegs.


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Dies ist das Meer beim Hotel Blue Lagoon, East London. Die Wellen rauschen, es ist kein Mensch da, außer die Surfer gegenüber an der Bucht. Am nächsten Tag fahren wir mit unserem Golf eine recht rauhe Straße nach Haga Haga. In dem kleinen Ort gibt es ein Restaurant mit Bar in einem wunderschön gelegenen Resort. Wir wanderen ein ganzes Stück am Meer entlang. Es ist sehr schön, so haben wir uns unseren Urlaubsbeginn in Südafrika vorgestellt.

Vier Stunden fahren wir im offenen Auto durch den Inkwenkwezi-National-Park. Alle Parks sind eingezäunt, damit die teuer eingekauften Tiere nicht davonlaufen. Dieser Park jedoch ist sehenswert, obwohl man die Parks hier im Süden niemals mit Ostafrika vergleichen kann.


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Inkwenkwezi National Park
Die Rinos grasen direkt neben unserem Fahrzeug. Der Ranger sagt, er kennt genau die Anzeichen, wenn die Tiere ungemütlich werden.


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Pflichtbesuch ist der Addo-Elefant-Park! Man darf im eigenen Auto durch den Park fahren. Zweieinhalb Stunden sind wir unterwegs. Die meisten Tiere sind man im östlichen Teil des Parks, weil dieser weniger hoch bewachsen ist.


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Markus gibt es noch einen tollen Tipp zur Übernachtung unweit des Elefant-Parks: Avoca B&B. Die Lehmhütten sind im alten Stil erbaut. Wir sind völlig allein in den Hütten, die etwas entfernt vom Haupthaus liegen. Die Hunde des Besitzers bewachen uns jedoch. Einer bleibt die ganze Nacht an der Hütte liegen.


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Über Port Elisabeth erreichen wir die Garden Route. In Avoca empfehlen uns Gäste am Frühstückstisch, unbedingt im Titsikama Park zu übernachten. Wir finden eine Hütte mit Terrasse und fantastischem Blick auf das wilde Meer. Die Wellen rauschen die ganze Nacht. Am nächsten Tag wandern wir eineinhalb Stunden zum Wasserfall. Im seinem Becken schwimmen schließlich zwei Touristen und ich traue mich dann auch (man darf hier baden). Der Weg ist sagenhaft schön und erinnert mich manchmal an Hawaii.


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Wanderung im Titsikama-National-Park
Über Plettenberg-Bay fahren wir nach Knysna, einem blitzsauberen Städtchen kleinen Waterfront. In Buffels Bay gehen wir schwimmen. Die Wellen sind dafür gerade noch erträglich. Danach fahren wir ins Landesinnere nach Oudtshoorn. Hier wird es dann schon 30 ° warm. Wir fühlen uns wohl und bleiben gleich zwei Tage. Ansonsten versäumt man einen besonderen Landstrich. Wir besuchen die Cango Caves, fahren über den Swartberg-Paß und besuchen auch eine Ostrich-Farm.

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Am Swartberg-Paß
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In Oudtshoorn gibt es das Kalinka-Restaurant oder man geht zu Godfather. Aber wie überall: Wir fragen bei den Einheimischen nach guten Restaurants. Die Deutschen schickt man sowieso gleich in die besten und teuersten. Aber man kann sich das alles gut erlauben: Büffelsteak, Straußenfleisch und viel Fisch. Dazu natürlich der Wein! Wir können alles nur empfehlen.

Wir erreichen in Mossel Bay wieder das Meer. An einem schönen Strand ohne Wellen gehen wir schwimmen. Ein Restaurant nebenan ist in ausgediente Eisenbahnwaggons gebaut. Wir sitzen auf der Terrasse und haben Urlaub. Schließlich gelangen wir entlang der Garden-Route, Hermanus und Gordons’s Bay (auch ein toller Ort für eine Übernachtung) ins Wein-Mekka nach Stellenbosch. Im Tourist-Office buchen wir eine fünfstündige Rundfahrt zu mehreren Weingütern. Wir haben mehr oder weniger Zeit und werden immer wieder abgeholt und weitergefahren. Für Abends reservieren uns einen Tisch in dem „kleineren“ Vredenheim Estate. Wir nehmen dahin ein Taxi. Und auch wieder zurück. Das ist es absolut wert. Wir haben einen beschwingten Tag und schlummern tief und selig.


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Weinberge bei Stellenbosch
Kapstadt ist nur noch gute 30 km entfernt. Ein weiterer Tipp: Wir sollen in Table View wohnen. Nach langem Suchen finden wir eine Ferienwohnungmit Meerblick. Etwa 18 km zur Stadtmitte, wunderschön am Bloubergstrand gelegen. Mit ein paar tollen Retaurants für Abends. Aber dann ein Höhepunkt: Wir fahren zum Cape Point!


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Cape Point, Kap der Guten Hoffnung
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Am nächsten Tag ist das Wetter gut genug für den Tafelberg. Wir haben nur Sonne, aber manchmal können die Wolken über das Plateau ziehen und man steht im Nebel. Zweieinhalb Stunden dauert der Rundweg komplett um das Plateau. Im Nebel findet man den Pfad nicht.


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Blick vom Tafelberg Richtung Kapstadt
Danach fahren wir zur Waterfront. Es ist Nachmittag. Man braucht keine Bedenken zu haben. Auch in der Stadt sind überall Polizeistreifen. Sicher sollte man nachts etwas behutsamer sein wie in jeder anderen Großstadt auch.


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Kapstadt, Waterfront
Am vorletzen Tag spazieren wir durch Kapstadt, besuchen auch das Aquarium und landen letztendlich unweit davon wieder zum Essen in der Waterfront.


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Bevor wir zum Flughafen fahren, besuchen wir den Botanischen Garten Kapstadts. Eine wunderschöne Anlage und wir können es uns nicht vorstellen, wie es hier aussieht, wenn alles blüht.

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Cape Town, botanischer Garten
 

Die Tage gehen zu Ende. Wir haben so schöne Tage erlebt. Vorsichtig waren wir schon in den Städten. Aber wir hatten nirgends Schwierigkeiten. Sehr wohl mussten wir unterscheiden zwischen dem Land der Weissen und den Schwarzen. In diesem Teil Südafrikas ist es eher ein Land der Weißen. Wir haben uns sehr wohl gefühl. Gemerkt haben wir natürlich um die Differenzen, wer hier Einheimischer ist: Schwarz oder Weiss. Aber: Besuchen Sie dieses Land. Sie werden es wunderschön haben, eine tolle Landschaft am Meer. Leider war unsere Zeit zu kurz, um in die Berge zu fahren. Wir könnten ja wieder hierher kommen.


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Blaubergstrand
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Trotz der für Schwarze und Weisse hier einsetzende Gleichbehandlung ist der schwarzen Bevölkerung noch vieles verschlossen. Es ist immer noch sehr schwer für die schwarze Bevölkerung eine Schulbildung zu erhalten, einen Arbeit zu finden und ausreichend Geld zu verdienen.

Einige Begegnungen machen auch Hoffnung. Als wir unseren letzten Abend im Cafe Blouberg verbrachten, direkt am Strand unweit unserer Ferienwohnung bei Kapstadt, und uns verabschiedeten, meinte ich zu der jungen schwarzen Frau, die uns bedient hatte, dass dies unser letzter Abend in Südafrika sei. Und dass Renate und ich uns sehr wohlgefühlt haben in diesem wunderschönen Land. Sie meinte, dass es schon viel besser sei, dass die Schwarzen nicht mehr kämpften und dass mehr Frieden sei. Ich meinte, wir wünschen das so sehr. Sie meinte, es werde langsam alles gut. Ihre Augen waren so zuversichtlich und sie sprach aus ihrem Herzen.